Tage des Kulturerbes: 7 wenig bekannte Orte in der Region Kochersberg und Zorn zu entdecken

Wie wäre es, wenn wir die Europäischen Tage des Kulturerbes zum Anlass nähmen, die Dörfer um uns herum einmal mit anderen Augen zu betrachten? Vom Gipfel des Kochersbergs über romanische Kapellen und ein erstaunliches Museum, das in einem Privathaus versteckt liegt, bis hin zu einer alten Synagoge – Le Beau Jardin strotzt nur so vor Zeugnissen seiner Geschichte. Hier sind 7 Orte, die zwar manchmal etwas versteckt liegen, aber einen Abstecher wert sind.

Am 19. und 20. September 2026 finden wieder überall in Frankreich die Europäischen Tage des Kulturerbes statt. Eine schöne Einladung, Türen zu öffnen, den Blick zu heben und Orte zu entdecken, an denen man manchmal vorbeigeht, ohne ihre Geschichte zu kennen.

Im Kochersberg und im Pays de la Zorn besteht das Kulturerbe nicht nur aus monumentalen Bauwerken. Es verbirgt sich hinter einer Dorfgasse, auf einem Hügel, in einer alten Schule, hinter den Mauern einer Kapelle oder unter den mit Leidenschaft aufbewahrten Alltagsgegenständen.

Zu diesem Anlass nehmen wir Sie mit auf eine Entdeckungsreise zu 7 Schätzen des Kulturerbes des Beau Jardin.

    1. 1. Den Kochersberg von oben betrachten

Es ist schwer, über das lokale Kulturerbe zu sprechen, ohne zunächst auf das zu eingehen, was einer ganzen Region ihren Namen gegeben hat.

Der 301 Meter hohe Mont Kochersberg bietet wunderschöne Ausblicke auf die umliegende Landschaft. Doch hinter dieser Aussicht verbirgt sich auch eine erstaunliche Geschichte.

Auf dem Gipfel steht heute eine Nachbildung eines Chappe-Telegrafen. Vor dem Zeitalter des Telefons, des Radios oder des Internets ermöglichte dieses optische Kommunikationssystem dank einer Reihe von Türmen die Übertragung von Nachrichten über große Entfernungen. Der Kochersberg war damals eine strategisch wichtige Relaisstation auf der Strecke zwischen Saverne und Straßburg.

Nur wenige Schritte entfernt erinnern zwei ehemalige Wassergräben an die Burg der Straßburger Bischöfe, die im 13. Jahrhundert erbaut und im 16. Jahrhundert zerstört wurde.

Ein Ort, der fast im Alleine mehrere Jahrhunderte Geschichte in sich vereint!

Warum gefällt es uns? Weil hier Kulturerbe und Landschaft eine Einheit bilden. Auf dem Wanderweg „Autour du Kochersberg “ zwischen Neugartheim, Willgottheim und Avenheim lässt sich die Erkundung fortsetzen.

    1. 2. Die Tür der Kapelle von Himmolsheim in Fessenheim-le-Bas aufstoßen

Inmitten der Landschaften des Kochersbergs verbirgt sich eine kleine Kapelle, deren Steine viel zu erzählen haben.

Die St .-Margarethen-Kapelle, auch Himmolsheimer Kapelle genannt, stammt aus dem 12. Jahrhundert. Einst war sie die Kirche eines kleinen, heute verschwundenen Weilers mit etwa zehn Häusern: Himmolsheim.

Ihr massiver romanischer Turm mit zwei Stockwerken und ihr Satteldach verleihen ihr eine besonders unverwechselbare Silhouette.

Genau das ist die Art von Ort, an dem man vorbeigehen könnte, ohne zu ahnen, dass er seit fast 900 Jahren die Jahrhunderte überdauert.

Die Erkundung ist dank eines markierten Wanderwegs rund um Fessenheim-le-Bas auch zu Fuß möglich. Und für die Neugierigen gibt es im Fremdenverkehrsamt Informationen zu den Möglichkeiten für Führungen durch die Kapelle.

Besonders sehenswert: die romanische Architektur des Turms, ein Zeugnis des Mittelalters im Kochersberg.

    1. 3. Entdecken Sie die Wallfahrtskirche in Hohatzenheim

Die hoch über der Landschaft thronendeKirche von Hohatzenheim gehört zu jenen Orten, die sowohl durch ihre Lage als auch durch ihre Geschichte überraschen.

Bereits im 8. Jahrhundert soll hier eine erste Kirche errichtet worden sein. Das heutige Gebäude im romanischen Stil stammt größtenteils aus dem 12. Jahrhundert und steht seit Ende des 19. Jahrhunderts unter Denkmalschutz.

Im Inneren verbirgt sich vor allem ein bemerkenswerter Schatz: eine Pietà, die zwischen dem Ende des 15. und dem Beginn des 16. Jahrhunderts aus einem einzigen Lindenholzblock geschnitzt wurde und dem Bildhauer Nikolaus Hagenauer zugeschrieben wird.

Hohatzenheim ist zudem nach wie vor ein lebendiger Wallfahrtsort. Ein Beweis dafür, dass Kulturerbe nicht nur aus Steinen und Gegenständen besteht, sondern auch aus Traditionen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Warum sollte man dorthin fahren? Natürlich wegen des religiösen Erbes, aber auch wegen der Umgebung und der Aussicht auf die umliegende Landschaft.

    1. 4. Die alte Synagoge von Hochfelden betreten

Im Herzen von Hochfelden erzählt ein unscheinbares Gebäude von einem wesentlichen Abschnitt der Geschichte des Pays de la Zorn.

Die ehemalige Synagoge, die 1841 erbaut wurde, wurde restauriert und in einen Museumsort umgewandelt. Der Komplex umfasst insbesondere die ehemalige Synagoge, die jüdische Schule sowie eine Mikwe, das im Untergeschoss eingerichtete Ritualbad. Der gesamte Komplex ist im Zusatzverzeichnis der historischen Denkmäler eingetragen.

Heute beherbergt der Standort das Museum „Mémoire & Paix“, das der Geschichte der Konflikte und der Pflicht zur Erinnerung gewidmet ist. Uniformen, Gegenstände, Dokumente und sogar Fahrzeuge ermöglichen es, die Zeitgeschichte aus der Perspektive der betroffenen Männer und Frauen zu beleuchten. Im Jahr 2026 ist das Museum von Mai bis Oktober mittwochs und sonntags für Besucher geöffnet.

Und um die Erkundung von Hochfelden fortzusetzen, führt ein unterhaltsamer Rundgang von 2,7 km Groß und Klein durch die Straßen der Gemeinde auf der Suche nach Hinweisen auf ihr Kulturerbe.

Ein Highlight, das man nicht verpassen sollte: die noch sichtbaren Überreste der ehemaligen Synagoge, die von der Anwesenheit und dem Leben der örtlichen jüdischen Gemeinde zeugen.

    1. 5. Eine Reise in die Vergangenheit im Museum „Le Monde Rural d’Antan“ in Gougenheim

Dies ist wahrscheinlich einer der ungewöhnlichsten Orte in dieser Auswahl.

In Gougenheim hat Jean-Paul Koebel sein Haus in ein regelrechtes Museum des Alltagslebens von einst verwandelt. Seit über fünfzig Jahren sammelt und inszeniert er alte Gegenstände mit einer ansteckenden Leidenschaft.

Der Besucher schlendert von Raum zu Raum, als würde er eine Zeitreise in die Vergangenheit unternehmen: Küche, Apotheke, Garage … Insgesamt sieben Bereiche bieten Einblicke in die Gegenstände, Handgriffe und Berufe, die einst das Leben auf dem Land prägten.

Im Außenbereich setzt sich die Entdeckungsreise in einem vom Eigentümer gestalteten mittelalterlichen Garten fort. Das Privatmuseum kann nach Vereinbarung besichtigt werden.

Ein Besuch, der daran erinnert, dass Kulturerbe nicht nur in den großen Museen zu finden ist. Es lebt auch dank der Einwohner, die Erinnerungen an ihre Heimat sammeln, bewahren und weitergeben.

Ebenfalls empfehlenswert in Gougenheim: ein Spaziergang auf dem Entdeckungspfad des Dorfes. Auf einer Strecke von etwa 2,2 km erzählt er von der Architektur, den alten Handwerksberufen, der sozialen Organisation, den Traditionen und sogar von der Geschichte des ehemaligen Henkers des Dorfes!

    1. 6. Die Feldkreuze und Kalvarienberge des Kochersbergs besichtigen

Sie sind so sehr Teil der Landschaft, dass wir sie manchmal gar nicht mehr wahrnehmen.

Dennoch stellen die Feldkreuze und Kalvarienberge ein besonders reiches Kulturerbe des Kochersbergs dar. Am Dorfeingang, am Wegesrand oder an Straßenkreuzungen aufgestellt, zeugen sie vom Glauben, aber auch von Familiengeschichten und dem ländlichen Leben vergangener Jahrhunderte.

Auf dem Kreuzweg rund um Durningen, Rohr, Gougenheim und Kienheim lassen sich nicht weniger als 37 davon besichtigen, ebenso wie eine dem Heiligen Laurentius geweihte Kapelle aus dem Jahr 1524.

Hier muss man kein Museum betreten: Es reicht, spazieren zu gehen und die Augen offen zu halten.

Jede Inschrift, jedes Datum und jede Skulptur wird so zu einem Hinweis, der es ermöglicht, diejenigen besser zu verstehen, die vor uns in dieser Gegend lebten.

Unser Tipp: Nehmen Sie sich die Zeit, die Details der Denkmäler zu betrachten. Das Kulturerbe lässt sich manchmal schon aus nur wenigen Zentimetern Entfernung entdecken.

    1. 7. Den Kochersberg im „Maison du Kochersberg“ neu entdecken

Beenden wir diese Entdeckungsreise in Truchtersheim, im Herzen des „Maison du Kochersberg“.

Dieser Ort ist mehr als nur ein Museum: Er erzählt von der Identität der Region, ihrer Geschichte, ihren Traditionen und der Entwicklung des ländlichen Raums. Seine Wechselausstellungen bieten regelmäßig die Möglichkeit, das Kulturerbe aus neuen Blickwinkeln zu betrachten – von Trachten über landwirtschaftliche Praktiken bis hin zur Ernährung und lokalem Know-how.

Im Jahr 2026 erhält der Besuch mit der Ausstellung „Vom Hopfen zum Geist des Bieres“, die sich der Bedeutung des „grünen Goldes“ und der Brautradition im Elsass widmet, einen besonders lokalen Charakter.

Ein guter Einstieg, um den Kochersberg von gestern zu verstehen … aber auch den von heute.

Und da sich die Touristeninformation „Le Beau Jardin“ im selben Gebäude befindet, nutzen Sie die Gelegenheit, um sich Ideen für die weitere Erkundung der Region zu holen!

Maison du Kochersberg
    1. Das Kulturerbe ist im „Le Beau Jardin“ allgegenwärtig

Ein Schloss, von dem nur noch wenige Spuren übrig sind, eine abgelegene Kapelle, eine ehemalige Synagoge, ein Kreuz am Wegesrand, Arbeitskleidung oder ein sorgfältig in einer Privatsammlung aufbewahrtes Objekt…

Im Kochersberg und im Pays de la Zorn offenbart sich das Kulturerbe oft dort, wo man es am wenigsten erwartet.

Die Europäischen Tage des Kulturerbes sind eine schöne Gelegenheit, sich auf die Suche nach ihm zu begeben, doch diese Schätze verdienen es, das ganze Jahr über bewundert zu werden. Nehmen Sie sich bei einem Spaziergang die Zeit, eine Fassade zu betrachten, eine Inschrift zu lesen oder in eine unbekannte kleine Gasse abzubiegen: Vielleicht liegt Ihre nächste Entdeckung direkt vor Ihnen.

    1. Und Sie – welchen dieser 7 Orte kennen Sie bereits?

Um Ihren Ausflug vorzubereiten, unsere Ausflugstipps zu finden und die Veranstaltungen im „Le Beau Jardin“ zu entdecken, werfen Sie einen Blick in unseren Veranstaltungskalender oder kommen Sie vorbei und lernen Sie das Team der Touristeninformation in Truchtersheim kennen.

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