Dorothée Steinmetz erweckt zeitgenössische Kunst in der „La Serre de Neugartheim“ zum Leben

In Neugartheim, in einem ehemaligen Hühnerstall, der zu einem Ausstellungsort umgebaut wurde, pflegt Dorothée Steinmetz eine andere Art, zeitgenössische Kunst zu entdecken. Mit „La Serre“ lädt sie Einwohner, Familien, Neugierige und Durchreisende zu einem kulturellen Erlebnis ein, das zugänglich und gesellig ist und tief in der Region Kochersberg und im Pays de la Zorn verwurzelt ist. Porträt des Monats Juli.

    1. Eine Rückkehr zu den Wurzeln in Neugartheim

Dorothée Steinmetz kennt Neugartheim gut. Dort ist sie aufgewachsen, bevor sie ihr Studium in Paris fortsetzte, wo sie mehr als zwanzig Jahre lang lebte. In der Hauptstadt entwickelte sie ein regelmäßiges Kulturleben, indem sie Ausstellungen, Theater und Kunstorte besuchte.

Seit einigen Monaten ist sie nun wieder in ihrem Heimatdorf und verfolgt heute ein einzigartiges Projekt: zeitgenössische Kunst dort zum Leben zu erwecken, wo man sie nicht unbedingt erwartet. Dieses Projekt heißt „La Serre“ und befindet sich in einem ehemaligen landwirtschaftlichen Gebäude – genauer gesagt in einem ehemaligen Hühnerstall.

Eine Wahl, die keineswegs zufällig ist. Für Dorothée ermöglicht dieser Ort, die manchmal einschüchternden Klischees zu durchbrechen, die mit zeitgenössischer Kunst verbunden sind. „Man wird keine Angst haben, einen Hühnerstall zu betreten“, fasst sie humorvoll zusammen.

Hinter dieser Aussage steht eine feste Überzeugung: Kultur hat im ländlichen Raum ihren festen Platz. Sie kann zu einem großartigen Mittel der Begegnung, des Austauschs und der Offenheit werden.

    1. La Serre, ein lebendiger Kulturort im Herzen des Kochersbergs

Schon der Name „La Serre“ verdeutlicht den Geist des Projekts. Ein Gewächshaus ist ein heller, transparenter, warmer Ort, an dem das Leben ständig im Wandel begriffen ist. Man betritt es zum ersten Mal und kehrt dann einige Tage oder Wochen später zurück: Etwas hat sich verändert. Die Werke, die Blicke, der Austausch, die Atmosphäre.

Genau diese Erfahrung möchte Dorothée in Neugartheim vermitteln. In „La Serre“ ist die Ausstellung nicht statisch. Man entdeckt sie in einem schlichten, einladenden Rahmen, fernab vom manchmal feierlichen Image von Museen oder Kunstzentren.

Hier soll sich jeder wohlfühlen können. Ob man allein, mit der Familie, mit Freunden oder mit Nachbarn kommt – der Besucher ist eingeladen, zu schauen, zu fühlen, Fragen zu stellen, zu mögen oder nicht zu mögen. Zeitgenössische Kunst ist nicht nur für Eingeweihte reserviert: Sie wird zu einer Einladung zur Neugier.

    1. Zeitgenössische Kunst für alle zugänglich machen

Mit „La Serre“ entwirft Dorothée Steinmetz den Kulturort, an dem sie selbst gerne aufgewachsen wäre. Einen Ort der Nähe, offen und lebendig, an dem man Kunstwerke ohne Hemmungen entdecken kann.

Dieser Wunsch nach Zugänglichkeit steht im Mittelpunkt des Projekts. Für sie ist Kultur für alle da. Sie tut gut, eröffnet Perspektiven, fördert den Austausch und ermöglicht einen anderen Blick auf die Welt.

Die in „La Serre“ präsentierten Werke entsprechen denselben hohen Ansprüchen wie jene, die man in Museen, Kunstzentren oder öffentlichen Sammlungen entdecken kann. Einige wurden dort bereits ausgestellt, andere könnten es morgen sein. Hier geht es nicht darum, unter dem Vorwand, dass man sich in einer ländlichen Gegend befindet, eine weniger anspruchsvolle Kultur anzubieten. Ganz im Gegenteil: „La Serre“ vertritt die Idee, dass zeitgenössische Kunst in Neugartheim, im Herzen des Kochersbergs, ihren festen Platz hat.

Was sich ändert, ist der Rahmen. Der Besucher betritt ein ehemaliges landwirtschaftliches Gebäude, einen schlichten, gemütlichen und geselligen Ort, an dem man sich freier fühlt, zu schauen, Fragen zu stellen und sich auszutauschen. La Serre trägt somit dazu bei, einen Teil der musealen Barriere abzubauen: Wenn man sich hier im Umgang mit den Kunstwerken wohlfühlt, dann kann man sich morgen auch in einem Museum oder einem Kunstzentrum zu Recht willkommen fühlen.

    1. Ein Programm, das sich um Begegnungen dreht

Das Programm von „La Serre“ entsteht im Laufe der Begegnungen mit den Künstlern, folgt aber zugleich einer klaren programmatischen Ausrichtung: einem dokumentarischen Ansatz in der zeitgenössischen Kunst. Die präsentierten Werke hinterfragen die Realität, erzählen Lebenswege, beobachten gesellschaftliche Veränderungen und machen die Fragen sichtbar, die unsere Zeit prägen.

Diese dokumentarische Dimension ist charakteristisch für einen bedeutenden Teil der heutigen zeitgenössischen Kunst. In den Werken geht es um Erinnerung, um Territorien, um zwischenmenschliche Beziehungen, um gesellschaftliche Veränderungen oder auch um unser Verhältnis zur Welt. La Serre bietet somit eine einfühlsame und zugängliche Auseinandersetzung mit hochaktuellen Themen.

La Serre stützt sich zudem auf Kooperationen mit kulturellen Einrichtungen, insbesondere den FRAC(Fonds régionaux d’art contemporain), zu deren Aufgaben es gehört, die Werke aus ihren Beständen in Umlauf zu bringen und sie einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Eine weitere wichtige Partnerschaft: „La Conserverie“, ein Archiv, das sich der Familienfotografie widmet. Mit ihrem Bestand von mehreren Zehntausend Bildern ermöglicht sie es, sensible Verbindungen zwischen persönlicher Erinnerung, fotografischem Erbe und künstlerischem Blick zu knüpfen.

Dieser Ansatz spricht alle Generationen an. Jeder kann sich in einem Bild, einer Haltung oder einer Erinnerung wiedererkennen. Kultur wird so zu einem gemeinsamen Terrain, auf dem persönliche Erfahrungen auf zeitgenössisches Schaffen treffen.

    1. Ein vorübergehender und geselliger Ort zum Verweilen

„La Serre“ ist mehr als nur eine Ausstellung. Jede Ausgabe verbindet Kunstwerke, Workshops, Begegnungen, Momente des Austauschs und der Geselligkeit. Eine Erfrischungsbar, Bereiche für den Austausch, lokale Kooperationen: Alles ist darauf ausgerichtet, einen echten, vorübergehenden Lebensraum im Herzen der Region zu schaffen.

Dorothée legt großen Wert auf diesen partizipativen Ansatz. Das Ziel ist nicht, einfach nur eine weitere Veranstaltung hinzuzufügen, sondern mit dem zu arbeiten, was bereits vorhanden ist: Vereine, Handwerker, Künstler, Einwohner und lokale Akteure.

So wird „La Serre“ zu einem Treffpunkt. Dort entdeckt man natürlich Kunstwerke, aber auch die Menschen, die den Kochersberg und das Pays de la Zorn mit Leben erfüllen.

Der Austausch mit den Besuchern bereichert sowohl die Künstler als auch das Projektteam. Die Vermittlung erfolgt in Form eines Dialogs, in dem jeder seine Eindrücke, Interpretationen, Fragen oder Überraschungen teilen kann.

    1. Wenn Kunst Menschen zusammenbringt

Zu den eindrücklichsten Erinnerungen an dieses Abenteuer zählt für Dorothée der Besuch einer Familie, von der ein Mitglied wahrscheinlich noch nie zuvor ein Museum betreten hatte. Gemeinsam gingen sie durch die Ausstellung, tauschten sich über die Werke aus und teilten ihre Eindrücke.

Dieser Moment fasst den Geist von „La Serre“ perfekt zusammen. Er zeigt, dass man keine besonderen Vorkenntnisse braucht, um mit Kunst in Kontakt zu treten. Manchmal reichen ein einladender Ort, ein wenig Neugier und ein gemeinsamer Moment aus.

Für Dorothée liegt genau darin die Stärke des Projekts: jedem die Möglichkeit zu geben, Kultur ganz einfach und in seinem eigenen Tempo zu erleben.

    1. Die Juli-Ausgabe: Die Zukunft gestalten

Die Ausgabe 2026 von „La Serre“ öffnet am Samstag, dem 18. Juli, in Neugartheim ihre Pforten. Sie findet an drei Wochenenden statt: am 18. und 19. Juli, am 25. und 26. Juli sowie am 1. und 2. August.

Diese neue Ausgabe bildet den Abschluss einer dreiteiligen Reihe, die sich dem Thema des Wandels widmet. Nach einer ersten Ausgabe, die der Selbstreflexion gewidmet war, und einer zweiten, in der es um den Platz jedes Einzelnen in einer sich wandelnden Welt ging, lädt dieser dritte Teil die Besucher dazu ein, ihren Blick in die Zukunft zu richten.

Das Thema: sich die Zukunft vorstellen. Eine wünschenswerte Zukunft entwerfen. Sich eine Auszeit nehmen, um darüber nachzudenken, wie die Welt von morgen aussehen könnte.

Ein Highlight wird die Veranstaltung am 18. Juli eröffnen: ein Astronomieabend, der in Zusammenarbeit mit dem Verein Némésis organisiert wird – sofern das Wetter mitspielt.

Plus d'informations sur le site : La Serre s'expose !
    1. Warum sollte man diesen Sommer bei „La Serre“ vorbeischauen?

Weil „La Serre“ ein Ort ist, an dem man ganz in der Nähe seines Zuhauses eine schöne Zeit verbringen kann. Weil man dort Künstler, Werke, Ideen und neue Sichtweisen entdecken kann. Weil man auch ohne Vorkenntnisse in zeitgenössischer Kunst hierherkommen und überrascht, berührt oder fasziniert wieder gehen kann.

Und vor allem, weil man in „La Serre“, im Herzen von Neugartheim, immer auf eine schöne Begegnung hoffen kann.

    1. Praktische Informationen

La Serre in Neugartheim
Ausgabe 2026: 18. und 19. Juli, 25. und 26. Juli, 1. und 2. August
Thema: Die Zukunft vorstellen
Höhepunkt: Astronomieabend am 18. Juli ab 17 Uhr mit dem Verein Némésis, vorbehaltlich günstiger Wetterbedingungen.

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