In Hohatzenheim, eine Wallfahrt zwischen Inbrunst und lebendiger Tradition

Hunderte von Gläubigen strömen in die Kirche Saint-Pierre-et-Paul

Jedes Jahr am 15. August versammeln sich in der Kirche Saint-Pierre-et-Paul Hunderte von Gläubigen in der idyllischen Umgebung ihres Geländes, um Mariä Himmelfahrt zu feiern und eine geistliche Tradition fortzusetzen, die in der Geschichte verwurzelt ist.

Auf den Anhöhen von Wingersheim-les-Quatre-Bans wird das Dorf Hohatzenheim zum pulsierenden Zentrum einer emblematischen elsässischen Wallfahrt. Mit seiner feierlichen Liturgie, seiner geselligen Atmosphäre und seinem bemerkenswerten Erbe zieht der Marienwallfahrtsort jedes Jahr zum Fest Mariä Himmelfahrt am 15. August fasteintausend Pilger an.

    1. Ein tausendjähriges Heiligtum im Herzen des Elsass

Die Kirche Saint-Pierre-et-Paul, auch bekannt als Notre-Dame des Douleurs, ist viel mehr als ein religiöses Gebäude. Sie verkörpert die Geschichte eines Ortes, der seit der Römerzeit heilig ist und auf den Überresten eines antiken Oppidums errichtet wurde. Die erste Kirche wurde hier im 8. Jahrhundert erbaut, und noch heute ist ein Christuskopf über einem alten Portal zu sehen.

Das heutige romanische Gebäude stammt aus dem 12. Jahrhundert und steht seit 1898 unter Denkmalschutz. Die Kirche beherbergt ein unschätzbares Stück: eine Pietà, die zwischen 1480 und 1510 aus einem einzigen Lindenholzblock geschnitzt wurde und dem Meister Nikolaus Hagenauer zugeschrieben wird. Dieses Meisterwerk steht im Mittelpunkt der örtlichen Verehrung, insbesondere beim Fest Notre-Dame des Douleurs, das am Freitag vor Palmsonntag gefeiert wird.

Das Heiligtum, das lange Zeit den Franziskanern anvertraut war (von 1909 bis 2021), untersteht heute der Jurisdiktion der Erzdiözese von Straßburg.

    1. Eine lebendige, generationenübergreifende Pilgerreise

Die Wallfahrt am 15. August, die 1995 wiederbelebt wurde, ist heute eines der wichtigsten spirituellen Ereignisse in der Region Kochersberg. Jedes Jahr nehmen mehr als sechzig Freiwillige aller Altersgruppen daran teil, vereint durch den gemeinsamen Wunsch, dieses einzigartige Ereignis mit Leben zu erfüllen.

Der Tag beginnt mit einer Morgenmesse in der Kirche um 8 Uhr, gefolgt von einer feierlichen Messe unter freiem Himmel um 10 Uhr unter den im Wald errichteten Zelten. Um 15 Uhr, nach der gesungenen Vesper, zieht die Prozession mit der Pietà durch den Park – eine Prozession, die umso symbolträchtiger ist, als es sich um den einzigen jährlichen Ausflug der Statue außerhalb der Kirche handelt.

Mehr als 700 Gäste nehmen dann an einem einfachen, brüderlichen Mittagessen teil, das von den Freiwilligen serviert wird: Schinken, Salat, Dessert und Erfrischungen in einer friedlichen, familiären Atmosphäre.

dNA

    1. Eine Kirche mit tausend Gesichtern

Neben ihrer liturgischen Funktion ist die Kirchein Hohatzenheim durch ihre Fresken, Devotionalien und Anekdoten auch ein Zeugnis der lokalenGeschichte. Die Wandmalereien von 1930 im Kirchenschiff stellen die sieben Schmerzen Mariens dar. Es gibt auch etwa 800 Votivgaben, von denen die meisten nach dem Zweiten Weltkrieg deponiert wurden, vor allem von den “Malgré-nous”, die die Einberufung überlebt haben.

Eine weitere Besonderheit sind die berühmten ” Teufelskrallen “, die Einkerbungen am Kirchenportal, die auf eine bäuerliche Tradition des Werkzeugschärfens zurückgehen.

Schließlich erinnert ein alter mittelalterlicher unterirdischer Gang, von dem noch eine Schleife unter der Kirche und dem Park erhalten ist, an die Verteidigungsfunktion des Ortes in unsicheren Zeiten.

    1. Ein Glaube, der in der Erde und in den Herzen der Menschen verwurzelt ist

Die Wallfahrt am 15. August nach Hohatzenheim ist mehr als nur eine Tradition: Sie ist ein Moment des Innehaltens, in dem Spiritualität, Gedenken und Austausch zusammenkommen. An diesem zeitlosen Ort treffen sich die Generationen, die Stimmen werden erhoben und die Schritte laufen auf dieselbe Hoffnung zu. Eine Einladung zur Entschleunigung, zum Glauben und zum Teilen.

Praktische Informationen:

📍 Die Kirche Saint-Pierre-et-Paul befindet sich in Hohatzenheim (Gemeinde Wingersheim-les-Quatre-Bans, Bas-Rhin).
🕰 Geöffnet: täglich von 8 bis 20 Uhr.
führungen nach Vereinbarung möglich (Kontakt: Père Marie-Joseph).
🗓 Nächste Pilgerfahrt: Freitag, 15. August 2025.

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